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Die Region

St. Johann in Tirol: klein aber fein

St. Johann in Tirol ist eine Marktgemeinde mit ca. 9.000 Einwohnern und befindet sich im Tiroler Unterland im Zentrum des Leukentals. Der Ort liegt als regionaler Verkehrsknotenpunkt und als Schnittpunkt von vier Talschaften in einem breiten Talkessel: Das Bedeutendste ist das Leukental in Nord-Süd-Richtung. Nördlich von St. Johann bildet das Gebirgsmassiv des Wilden Kaisers eine natürliche Wetterscheide gegen Kufstein und Bayern, im Süden befindet sich das Kitzbüheler Horn, das zu den Kitzbüheler Alpen gehört. Durch die besondere Kessellage bleibt St. Johann in Tirol weitgehend von den Föhnstürmen verschont und bekommt im Winter durch die Lage an der Südseite des Kaisergebirges äußerst ergiebige Schneefälle ab. Die Kitzbüheler Ache, die Reither Ache und die Fieberbrunner Ache vereinigen sich im St. Johanner Talkessel zur Großache, die in Bayern als Tiroler Achen in den Chiemsee fließt. Der Ortskern liegt auf einer Höhe von 660m, die höchste Erhebung ist die Maukspitze im Kaisergebirge mit einer Höhe von 2231m.

Geschichte

Im südlichen Bereich des Leukentales konnte bronzezeitlicher Bergbau bereits zur Urnenfelderzeit um 1300 bis 1100 v. Chr. nachgewiesen werden. Durch den Talkessel von St. Johann führte schon in der Bronzezeit ein Saumpfad als Verbindung von Norditalien über den Felbertauern nach Süddeutschland. Ab dem 2. Jh. v. Chr. gehörte die Gegend zu den Ausläufern des keltischen Königreichs Noricum, welches 15 v. Chr. von den Römern erobert wurde und in die gleichnamige Provinz überging.

Im 7. Jh. wurde das Gebiet an das Herzogtum Bayern angeschlossen. Das bayerische Adelsgeschlecht der Liuchinger, das auf einen Stammesführer namens Liucho zurück geht und dem das Leukental seinen Namen verdankt, baute in den folgenden Jh.en eine Grafschaft im Leukental auf. Der Gerichtssitz für diese Grafschaft war auf der Burg Leukenstein am Fuße des Niederkaisers. Sie wurde wohl durch einen Bergsturz im 13. Jh. zerstört, weshalb ihr genauer Standort heute nicht mehr bekannt ist. Der Hofname Burgwies im Ortsteil Bärnstetten erinnert aber heute noch an den ehemaligen Sitz. Nach dem Tod des letzten Grafen von Falkenstein 1272 wurde das Leukental von Beamten verwaltet. Im Zuge dessen wurde der Gerichtssitz in die Stadt Kitzbühel verlegt.

Vermutlich bereits 738 wurde in der Gegend von St. Johann eine Taufkirche errichtet, die Johannes dem Täufer geweiht war und von der sich der Name des Ortes ableitet. Urkundlich wird die Kirche erst 1150 erwähnt. Die erste Erwähnung von St. Johann als Pfarre bzw. Dorfgemeinschaft erfolgte in der Gründungsurkunde des Bistums Chiemsee 1216, wobei der Ortsteil Apfeldorf zuvor schon in einer Traditionsnotiz des Klosters Scheyern als „Apfeldorf im Leukental“ genannt wurde.

Im Laufe  des 12. und 13. Jh. hatte sich das Haus der Velben ausgedehnte Besitzungen in der Gegend von St. Johann angeeignet, darunter eine Burg im Ortsteil Rettenbach.

Die Hofnamen Oberbürg und Stallbürg erinnern noch heute daran. Von der „Vorichtenstein“ genannten Burg der Velben sind noch deutlich sichtbare Geländespuren auf einem Hügel im Ortsteil Rettenbach erhalten.

Im Zuge der bayerischen Landesteilungen wurden die umliegenden Ortschaften mehrfach verschiedenen Verwaltungen unterstellt, bevor die Herrschaft Kitzbühel 1505 unter Kaiser Maximilian I. mit Tirol vereint wurde.

Durch die Eröffnung des Kupfer- und Silberbergbaues 1540 am Rerobichl bei Oberndorf, das damals zum Gemeindegebiet von St. Johann gehörte, erlangte der Ort großen Reichtum. Im 17. Jh. war der Heilig-Geist-Schacht mit über 880 Metern der tiefste Schacht der Erde.

1621 wurde St. Johann in Tirol Dekanatssitz. Im 17. und 18. Jh. wurden mehrere barocke Kulturdenkmäler geschaffen, denen der Ort den Beinamen „Barockes St. Johann“ verdankt. Durch den Bau der Giselabahn 1875 wurde St. Johann schließlich an das internationale Eisenbahnnetz angeschlossen und es folgte ein wirtschaftlicher Aufschwung, mit dem der Fremdenverkehr Einzug hielt.

Gegen Ende des 19. Jh. geriet die Bezeichnung „St. Johann im Leukental“ immer mehr in Vergessenheit, und es bürgerte sich der heutige Name „St. Johann in Tirol“ ein, bis 1956 der Ort schließlich under diesem Namen und mit seiner heutige Stellung einer Marktgemeinde schriftlich festgehalten wurde.


Sehenswertes

  • Dekanatspfarrkirche Maria Himmelfahrt
  • Antoniuskapelle: Kapelle mit bedeutendem Kuppelfresko von Josef Schöpf
  • St. Nikolaus in der Weitau: Kapelle mit den ältesten Glocken Tirols und dem einzigen in Tirol vollständig erhaltenen Fenster mit gotischen Glasmalereien
  • Einsiedelei: die bereits seit über 300 Jahren ununterbrochen von Eremiten bewohnt wird
  • Gmailkapelle: Rokokobau in einer Felshöhle am Niederkaiser
  • Fixlerkapelle: barocke Pestkapelle aus dem 17. Jh.
  • Nepomukstatue: barocke Sandsteinfigur des hl. Johannes Nepomuk von 1717 an der Brücke über die Fieberbrunner Ache
  • Museum St. Johann in Tirol: Das Museum verfügt über eine Dauerausstellung zur regionalen Geschichte, einer Schwerpunktausstellung „Felsenreich – Mythos und Erlebnis Kaisergebirge“ sowie Wechselausstellungen
  • Alpinmuseum der Heeresversorgungsanstalt: über die Entwicklung der militärischen Alpinausrüstung

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